Grußwort zum Jahreswechsel 2014/2015

Bürgermeisterin Dr. Angelika Kordfelder

Liebe Leserinnen und Leser,

Was mag uns die Zukunft bringen? Diese Frage steht immer im Raum, wenn ein neues Jahr und mit ihm sozusagen die Zukunft beginnt. Ich halte es mit dem deutschen Aphoristiker Peter Benary, der überzeugt ist, dass die Zukunft bringt, „was wir der Zukunft bringen“.

Deutlich wird dieses Zusammenspiel von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft an einem Jubiläum, das wir in diesem Jahr feiern konnten, nämlich 25 Jahre Mauerfall. Längst ist es für uns selbstverständlich in einem vereinten Deutschland zu leben, und ein großer Teil unserer Bevölkerung kennt bereits nichts anders mehr. So können wir im kommenden Jahr bereits das 25-jährige Bestehen unserer Städtepartnerschaft mit Bernburg feiern. Mit der Veranstaltungsreihe „Gedenken und Erinnern“ blicken wir auf unsere Verantwortung für diese Zeit, die aus unserer Geschichte resultiert.

Ein Höhepunkt im kulturellen Bereich haben wir mit unserer Ausstellung „Das Erbe der Morrien“, die auch Dank verschiedener Förderer bis zum Februar verlängert werden konnte. Erstmalig eröffnet sie die Möglichkeit, an dem Originalschauplatz des Falkenhofes auf das Leben der westfälischen Adelsfamilie von Morrien und die Geschichte dieses Hauses zu blicken. Mit dem Kulturrucksack NRW im Kreis Steinfurt gab es in diesem Jahr besonders für die jungen Menschen verschiedene Angebote und Projekte, die gut angenommen worden sind. Auch die Fortsetzung der Kooperation zwischen städtischer Musikschule und Kindertageseinrichtungen beweist den hohen Stellenwert, den kulturelle Bildung für Kinder und Jugendliche in unserer Stadt genießt.

Einiges haben wir in den vergangenen Jahren im Bereich der Kindertagesstätten bewegt. Dennoch bleibt der notwendige und richtige Ausbau der U3- und Ü3- Betreuung eine Herausforderung. Genauso wird uns in den nächsten Jahren die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention zum Thema Inklusion weiter beschäftigen. Als wichtiger Punkt in unseren Zukunftsplanungen geht es jetzt darum, Prioritäten zu entwickeln, da Inklusion in alle Lebensbereiche hineinwirkt. Präsent ist die gleichberechtigte Teilhabe aller am gesellschaftlichen Leben derzeit vor allem im Schulbereich. Hier gilt es, offen zu sein für Neues, damit Kindern mit und ohne Behinderung ein gemeinsames Lernen ermöglicht wird. Unvermeidbar werden in diesem Zusammenhang Diskussionen über die Ausstattung von Schulen sein, damit Inklusion auch tatsächlich verwirklicht werden kann.

Unserer Verantwortung stellen wir uns auch bei den Zuwanderungen. Dennoch stellt die steigende Zahl der Flüchtlinge eine Herausforderung dar. Wir sind in der Verpflichtung, denjenigen, die in ihrer Heimat politisch oder religiös verfolgt werden, Zuflucht und menschenwürdige Lebensbedingungen zu bieten. Ich bedanke mich bei allen Institutionen, den Kirchengemeinden und besonders bei allen Ehrenamtlichen, die sich um Flüchtlinge in Rheine kümmern.

Konkret wurde erst vor wenigen Tagen mit der Eröffnung des Bahnhofsausgangs West ein neuer Zugang zur Innenstadt und gleichzeitig ein Weg in das wachsende Innovationsquartier mit seinen Dienstleistern sowie das Bildungs- und Hochschulquartier. Auch der umgestaltete Wertstoffhof der Technischen Betriebe ist Dank seiner Umgestaltung zweckmäßiger und kundenfreundlicher geworden und die Neugestaltung des zentralen Omnibusbahnhofs Matthiasstraße wird uns weiterhin beschäftigen.

Wieder einmal hat uns das Jahr 2014 mit seinen sportlichen Höhepunkten begeistert – ein beeindruckender Fußballsommer in Brasilien, wo die deutsche Mannschaft verdient den Titel gewann. Die Sportlerehrung der Stadt Rheine hat gezeigt, dass auch wir stolz auf die Erfolge und damit auf unsere Sportlerinnen und Sportler sein können. Mit dem ersten Spatenstich zum Sportforum West, einem Kooperationsprojekt vom TV Jahn Rheine und den Berufskollegs des Kreises Steinfurt, wurden die Weichen für eine weitere Unterstützung unserer Sportstadt Rheine gesetzt.

Weiter ambitioniert verfolgen wir in Rheine den Klimaschutz, der auch von regionaler Zusammenarbeit profitiert. Nach dem 1. Regionalen Klimagipfel der Masterplanregion in diesem Jahr in Osnabrück stattfand, wird der zweite im März in Rheine sein. Weitere Kooperationsformen dieser Art nutzen wir bei der Konversion, einer gemeinschaftlichen Aufgabe von Bund und Kommune. Hier konnte im April eine Konversionsvereinbarung abgeschlossen werden, die der Zusammenarbeit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) ein Organisations- und Arbeitsstruktur gibt. Und regionale Zusammenarbeit ist ebenso ein Thema, das bei der Entwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft für Rheine mbH angesiedelt ist und sich mit den wirtschaftlichen Strukturumbrüchen der Region auseinander setzt.

All diese Projekte und Zukunftspläne zusammen mit uns auferlegten Pflichten, den Rahmenbedingungen und Entwicklungen, mit denen wir uns auseinander setzen müssen, stellen uns vor Herausforderungen. Unser im Mai gewählter Rat stellt sich diesen Aufgaben mit einer neuen Mannschaft. Rund die Hälfte der Mitglieder hat dieses Amt erstmalig übernommen und steht damit für einen Neubeginn.

In Rheine gibt es, wie sich gerade in diesem Jahr wieder gezeigt hat, in allen Bevölkerungskreisen und allen Berufssparten die Bereitschaft, unsere Probleme gemeinsam anzugehen. Darüber hinaus können wir auf viel uneigennütziges Engagement zählen, wofür der gerade erst verliehene Bürgerpreis unserer Stadt ein Beispiel gibt. Denn Menschen, die sich für andere engagieren, machen unsere Welt heller und freundlicher. Menschen, die sich nicht entmutigen lassen, sondern ihr Mögliches tun, stehen für Aufbruch und Hoffnung. Das sind unsere Stärken und das gibt uns Anlass, mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken. Herzlichen Dank für diesen Einsatz!

Unsere Erfolge beruhen gerade auf diesen Ihren Stärken, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, die Sie hier wohnen und arbeiten, auf Ihrer Initiative und Kreativität, auf Ihrer Tatkraft und Ihrem Engagement. Unsere Erfolge beruhen darauf, dass Sie, dass wir alle die Probleme gemeinsam angehen, dass sich viele Einzelne, Gruppen, Vereine, Unternehmen und Einrichtungen verantwortlich fühlen.

Und deshalb ist es um Rheine trotz aller Herausforderungen gut bestellt.

Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, und Ihren Familien für das Jahr 2015 Gesundheit und alles Gute.

Rheine, Silvester 2014

Dr. Angelika Kordfelder

Bürgermeisterin

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