Gespräche sind die Grundlage des Handelns

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Elisabeth Veldhues stellte sich den Fragen der zahlreichen Gäste der AG 60plus. Links der Vorsitzende der AG, Horst Dieter Knüppels, rechts seine Stallvertreterin, Helga Beckmann.

Auch viele Nichtmitglieder waren zu der Veranstaltung der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus ins Hotel Johanning gekommen. Denn die Behindertenbeauftragte des Landes NRW, Elisabeth Veldhues, war zu Gast.

Sie stellte nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden der AG, Horst Dieter Knüppels, zunächst ihren Aufgabenbereich vor: Die Landesbehindertenbeauftragte hat zunächst eine beratende Funktion bei Gesetzesvorhaben der Landesregierung. Dazu dient der Austausch und die Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren der Behindertenpolitik, die Entwicklung von Vorschlägen zur Umsetzung einer inklusiven Gesellschaft sowie die Information der Öffentlichkeit.

„Wichtig ist für mich, den Dialog mit Betroffenen und ihren Familien zu suchen. Ich habe gelernt, dass die Vernetzung und der fachliche Austausch von Professionalität und Betroffenen oder Selbsthilfe – und zwar auf gleicher Augenhöhe – ein Garant für gute Lösungen sind. Das hilft besonders beim „Bohren dicker Bretter“.

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Ein besonderes Anliegen sei ihr der Bereich Arbeit. Die UN-Behindertenkonvention benennte das „Recht auf Arbeit“. Ein Blick auf die Arbeitsmarktzahlen für Menschen mit Behinderungen zeigten aber, dass dieses bis jetzt noch ungenügend umgesetzt wird. „Auch zeigen uns die Aufnahmezahlen der beschützten Werkstätten, dass mehr als die Hälfte der so genannten Neuzugänge Personen sind, die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt keine weitere Beschäftigungsmöglichkeit mehr haben. Dieser Trend muss gestoppt werden“, so Elisabeth Veldhues. Geprüft werden müsse, ob Änderungen im SGB II erforderlich sind. Öffentlich geförderte Beschäftigungsverhältnisse seien für viele Langzeitarbeitslose oft der Wiedereinstieg ins Berufsleben gewesen. „Leider sind diese Mittel seit 2010 kontinuierlich reduziert worden“, bedauerte sie. Daneben müssten die Mittel der Ausgleichsabgabe zukünftig verstärkt für Integrationsunternehmen und –projekte eingesetzt werden.

Bei allen Schulabgängerinnen und Schulabgängern mit Förderbedarf müsste – mindestens ein Jahr vor dem Schulabschluss – eine individualisierte und auf die besonderen Bedarfe abgestimmte Potenzialanalyse sowie eine praktische Überprüfung der Fähigkeiten und Stärken in geeigneten Berufsfeldern vorgenommen werden. „Wir müssen den Automatismus durchbrechen und jungen Menschen helfen, verlässliche Alternativen zur Beschäftigung in einer beschützten Werkstatt zu finden“, sagte die Behindertenbeauftragte.

Auch der Bereich der Integrationshelfer an Schulen müsse neu strukturiert werden. Sie plädiere dafür, dass nicht jede Schülerin oder jeder Schüler einen persönlichen Integrationshelfer habe. „Wir müssen zu einer Poollösung kommen!“ Das bedeute, dass die Integrationshelfer den Schulen zugeordnet und unterstellt werden müssten. So werde eine bessere und verlässlichere Integration von Schülerinnen und Schülern mit Behinderung möglich.

 Zur Person:

Elisabeth Veldhues wurde 1949 in Rheine geboren. Nach dem Schulabschluss machte sie eine Ausbildung bei der Deutschen Bahn war dort auch mehrere Jahre beschäftigt. Seit November 1993 war sie hauptberuflich als Geschäftsführerin der SPD-Fraktion in der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe tätig. Zwischen 2005 und 2012 war sie Abgeordnete des Landtages Nordrhein-Westfalen und dort Mitglied im Ausschuss für Gesundheit und Soziales sowie im Petitionsausschuss. Seit Oktober 2015 ist sie Behindertenbeauftragte der Landesregierung.

 

 

 

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