PerjuF – Perspektiven für junge Flüchtlinge

Caritas-Ausbildungsstätten

 

Rheine. Die ersten Erfahrungen mit Flüchtlingen zeigen, dass diese eine Heranführung auf eine Ausbildung in Deutschland benötigen. Es zeigt sich auch, dass die in den Heimatländern erworbenen Ausbildungsabschlüsse oder beruflichen Kenntnisse, nicht mit dem deutschen Ausbildungswesen vergleichbar sind. Es ist daher erforderlich, mit verschiedenen Maßnahmen, die berufliche Integration der jungen Menschen zu erlangen. Die Bundesagentur für Arbeit hat daher die Maßnahme „PerjuF – Perspektiven für junge Flüchtlinge“ gestartet. Eine von vier PerjuF-Maßnahmen im Kreis Steinfurt begann am 18. April 2016 in den Ausbildungsstätten der Caritas in Rheine.

 

Eine gute Gelegenheit für die SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer (Bi.Mi.), die derzeit ihre diesjährige Sommertour zum Thema Flüchtlinge und Integration absolviert, der Einladung des Caritasverbandes Rheine e.V. zu folgen und sich über die Maßnahme ausführlich zu informieren. In großer Runde, mit Maßnahmenteilnehmern, Mitarbeitern der Ausbildungsstätten, Vertretern der Caritas Rheine und der Arbeitsagentur sowie Rheinenser SPD-Kommunalpolitikern wurde die PerjuF-Maßnahme ausgiebig erläutert und diskutiert.

 

Seit vielen Jahren arbeiten die Caritas-Ausbildungsstätten im Auftrag der Arbeitsagentur Rheine und des Jobcenters Kreis Steinfurt mit benachteiligten Jugendlichen. Diese Erfahrungen werden jetzt hier genutzt, um junge Flüchtlinge im Alter zwischen 18 und 27 bei der beruflichen Orientierung und den Übergang in eine mögliche Ausbildung zu unterstützen. Die jungen Männer stammen aus Afghanistan, dem Irak und überwiegend aus Syrien und haben zum Teil bereits einen Einstiegs-Sprachkurs der Bundesagentur durchlaufen. In den Bereichen Holz, Farbe, Metallbearbeitung und Hauswirtschaft sollen nicht nur praktische Erfahrungen gesammelt werden, sondern die im Sprachkurs erworbenen Deutschkenntnisse noch weiter ausgebaut werden, wie Dieter Fühner (hi.R.Bi.Mi.), Vorstand des Caritasverbandes Rheine, den Gästen erläuterte. „Jeden Tag machen sich die jungen Männer aus Greven, Rheine und Neuenkirchen auf den Weg zu uns, um etwas zu lernen“, so Maßnahmenleiterin Ulrike Trappmann (2.R.3.v.li.) und bescheinigt den Teilnehmern eine hohe Motivation. „Einige Teilnehmer konnten bereits positive Erfahrungen in Praktika erwerben“, so Trappmann weiter. Auch erste Kontakte zu potentiellen Arbeitgebern sind geknüpft. Gerne könnten sich aber noch weitere interessierte Arbeitgeber mit den Caritas-Ausbildungsstätten in Verbindung setzen.

 

Aber auch Kritik klang in der großen Runde an. Die Voraussetzungen für die Trägerzulassung und Zulassung von Lehrkräften zur Durchführung von Integrationskursen müssten dringend auf den Prüfstand gestellt werden und seien nicht mehr zeitgemäß, so Hans-Gerhard Gajewski (hi.R.re.), operativer Geschäftsführer der Arbeitsagentur Rheine und erhielt damit die Zustimmung von Arndt-Brauer. Entstanden seien diese Bedingungen zu Zeiten, in denen es nur einen überschaubar kleinen Anteil an Asylbewerbern gegeben haben. Heute müsse das Angebot deutlich erweitert werden, um allen Berechtigten ein zeitnahes Angebot machen zu können. Daran müsse noch gearbeitet werden, so die Abgeordnete. Erfreulich sei, wie Dieter Fühner zu dem Gespräch beisteuerte, dass das Land NRW aktuell doppelt so viele Sprachkurse wie bislang anbieten will.

 

Die lange Dauer bis zur Anerkennung des Asylsuchenden, ist ein weiterer Kritikpunkt, der Arndt-Brauer von anderen Sommertour-Terminen durchaus bekannt ist. Niemand hätte erwarten können, dass so viele Flüchtlinge in Deutschland ankommen würden, so Arndt-Brauer. Das für die Bearbeitung zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) habe mit es mit einer großen Menge an Asylanträgen zu tun, die trotz Personalmangel abgearbeitet werden müssten. „Das ist für uns alle Neuland und ich bitte um Geduld“, so die Bundespolitikerin weiter.

 

Bewegend für alle war abschließend die Schilderung eines jungen syrischen Flüchtlings, der der Runde die Odyssee seines Fluchtweges bis nach Deutschland schilderte. „Wir alle hoffen, dass eines Tages der Krieg in Syrien beendet wird. Bis dahin müssen wir die Menschen, die vor kriegerischen Konflikten flüchten, bei uns aufnehmen und in die Gesellschaft integrieren“, machte Arndt-Brauer deutlich und lobte die PerjuF-Maßnahme, die mit ein Baustein auf den Weg der Integration sei.

 

 

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