„Integration kostet Geld“

Bürgermeistertagungen zur Integration von Flüchtlingen

Rheine. Auf Einladung des Städte- und Gemeindebundes NRW befassten sich am Freitag in Düsseldorf sowie am gestrigen Mittwoch in Münster rund 50 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister auf einer Fachtagung mit dem Thema „Integration von Flüchtlingen – Handlungsoptionen und Praxisbeispiele“.

Vor dem Hintergrund der sehr großen Zahl an Flüchtlingen, die im vergangenen Jahr nach Deutschland gekommen sind und noch immer kommen, ging es dabei um die immensen Herausforderungen, denen sich die Kommunen stellen müssen. Neben der Unterbringung und Versorgung der vielen Menschen, stellt vor allem auch die Integration der Hinzugezogenen eine gewaltige Aufgabe dar.

Anhand von Handlungsempfehlungen und Beispielen aus der kommunalen Praxis, nahm auch Rheines Bürgermeister Dr. Peter LüttmannJPG= - 14.09.2016 - Bilder  Grafik - Bürgermeistertagung des StGB NRW.jpg in seinem Vortrag dazu Stellung. In seiner Präsentation zum Thema „Teilhabe ermöglichen“ erläuterte er die Eckpunkte der Fortschreibung des Migrations- und Integrationskonzeptes der Stadt Rheine.

In Rheine leben Menschen aus 119 verschiedenen Nationen, allein 857 Menschen aus Kriegs- und Krisenregionen wie Syrien, Iran, Irak und Afghanistan kamen im Jahr 2015 in unsere Stadt. Um diesem Bedarf an neuem Wohnraum, aber auch an Sprach- und Integrationskursen, an Betreuung und Beratung auch von städtischer Seite gerecht zu werden, wurde die verwaltungsinterne Organisationsstruktur angepasst und optimiert. Durch eine dezentrale Wohnunterbringung und ebenso dezentrale Beratungsstrukturen, sollen die Flüchtlinge optimal versorgt werden. Alphabetisierungs- und Sprachförderungskurse sollen den Hinzugezogenen die Integration zudem erleichtern.

Vor allem aber auch die Bündelung aller Aktivitäten in Rheine, besonders auch der vielfältigen ehrenamtlichen Arbeit und der interreligiöse Dialog, seien in Rheine wichtige Aspekte für eine erfolgreiche, gemeinsame Integrationsarbeit. Durch die Fortschreibung des Migrations- und Integrationskonzeptes werden nun die integrationspolitischen Leitlinien der Stadt Rheine neu definiert, mit dem Ziel, auch zukünftig die Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben in Rheine zu ermöglichen, so das Fazit Lüttmanns.  „Integration“, so eine seiner zentralen Anmerkungen, „funktioniert dezentral – da dürfen wir nicht im Rathaus am Schreibtisch sitzen bleiben.“  Wichtig sei der Stadt Rheine deswegen auch ein Prozess, der eine aktive Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger ermögliche. Und zwar sowohl Zugewanderte als auch Einheimische, erläuterte der Bürgermeister den Amtskolleginnen und -kollegen. Mitwirken und mitreden können Interessierte am 5. November 2016 im Dialogforum „Integration in Rheine“.

Dass Integration vielfältige Chancen auch im Hinblick auf die demografische Entwicklung der Städte bietet, darauf machte Stefan Kemper, Erster Beigeordneter der Stadt Altena in seinem Vortrag „Integration – eine Chance für die Stadt“ aufmerksam. Aber auch auf die Hürden, die durch den starken Zuzug der Menschen aus anderen Teilen der Welt entstehen, wurde n der Fachtagung hingewiesen. „Auf die „bisweilen fehlende Bereitschaft von sowohl Flüchtlingen als auch Aufnahmegesellschaft“, wies  Andreas Wohland, Beigeordneter des StGB NRW, hin und betonte einleitend die Notwendigkeit, zugewanderte Menschen in die Gesellschaft zu integrieren. In Rheine gelingt das dank der Unterstützung vieler Ehrenamtlicher, die sich im Bündnis Flüchtlingsengagement zusammengeschlossen haben, gut. Durch die vielfältigen gemeinschaftlichen Aktivitäten z.B. in Sprach- oder Begegnungscafés gibt es viel Raum für eine Annäherung der Kulturen.

Einig waren sich alle Teilnehmer der Tagung in Hinblick  auf die entstehende Kosten. „Integration kostet Geld“, so die einhellige Meinung aller. Daher auch die Forderung Thorsten Klutes vom Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales, nach einer deutlich größerer Unterstützung von Seiten des Bundes, die die Hauptverwaltungsbeamten nur unterstützen konnten. Neben den vielen Vorträgen, nutzten die Teilnehmer die Pausen für angeregte Gespräche und den interkommunalen Austausch.

 

 

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