Sprayerszene in Rheine weiht neue Brücke ein

jpg - 16.11.2016 - Bilder  Grafik - Sprayer Bodelschwinghbrücke.jpg

Rheine. Was für Kunstwerke entstehen können, wenn elf Sprayer mit einigen hundert Spraydosen ein ganzes Wochenende arbeiten, das können sich die Leute zurzeit auf den neuen, für Sprayer freigegebenen Flächen unter der Bodelschwinghbrücke anschauen. Denn seit einigen Tagen ist die „Hall of Fame“, die offizielle Ruhmesfläche der Graffitiszene in Rheine von der Lugerussbrücke umgezogen. Die neuen Flächen der Bodelschwinghbrücke sind einfach größer und besser, so das Fazit der hiesigen Sprayergemeinde. Seit Jahren durften die Graffiti-Künstler die Pfeiler der Ludgerussbrücke beiderseits der Ems legal nutzen. Durch den Bau der Emsgalerie und die dortigen Bautätigkeiten bot sich der Szene nun jedoch Gelegenheit, die alten, kleineren Betonflächen, gegen die neuen an der Bodelschwinghbrücke zu tauschen. Auf Initiative einiger Sprayer wurde daher Kontakt zur Stadtverwaltung aufgenommen, um sich für den Wechsel stark zu machen.

Und siehe da, alle machten mit. Sowohl das Land, als Eigentümer der Brücke als auch die Stadt Rheine gaben ihre Einwilligung. Ein zufriedenstellenden Ergebnis für alle Beteiligten, findet auch Raimund Gausmann, Beigeordneter der Stadt Rheine. Und so konnten am letzten Wochenende die neuen Flächen unter der Bodelschwinghbrücke offiziell ihrer neuen Bestimmung als „Bildergalerie im öffentlichen Raum“ zugeführt werden.  Die großflächigen Bilder, die so am Samstag und Sonntag von den Sprayern auf die Wände gebracht wurden, sind erst der Anfang. Im nächsten Frühjahr soll unter anderem ein Projekt zusammen mit dem Jugendamt gestartet werden, wie Annette Wiggers, Produktverantwortliche aus dem Bereich der Jugendarbeit berichtet. Bis dahin wird es aber sicherlich noch viele weitere Bilder auf den Flächen geben. Eigentlich schade, wenn man sich einige der Arbeiten genauer anschaut. Neben den hohen Materialkosten für die Farbe und den vielen Stunden vor Ort, sind auch die Vorbereitungen für ein richtig gutes Bild nicht ganz ohne, wie Alex und Pascal, zwei der Sprayer erläutern. Im Vorfeld muss das ganze Bild geplant, der Schriftzug auf dem Computer entworfen und eine Fotovorlage erstellt werden. Und das alles für ein Bild, welches bereits Stunden später schon wieder Geschichte sein kann. Natürlich, so Pascal, gehört der gegenseitige Respekt der Sprayer vor der Arbeit der anderen dazu. Eine gut gemachte Wand, die frisch gesprüht wurde, wird in er Regel nicht sofort wieder übermalt. Dennoch gibt es auch in dieser Szene schwarze Schafe, die bereits Stunden später ihren TAG –also ihre eigene Signatur- über das fertige Bild kritzeln und es damit zerstören. Aber genau die Vergänglichkeit macht wahrscheinlich auch den Reiz des Sprayens aus. Den meisten Vorbeikommenden gefällt das neue Outfit der Wände jedenfalls. Anstatt des einheitlichen Graus, dominieren nun bunte Farben die Pfeiler.

 

Fotos: Stadtpressestelle

 

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