Und nach dem Auftritt: Stille

Digitale Nacht der Bibliotheken mit dem Theater ex Libris in der Stadtbibliothek Rheine

Von links nach rechts: Christoph Tiemann (vorne, als Sherlock Holmes mit Pfeife in der Hand), Alexander Rolfes (als John H. Watson) , Philipp Ritter (am Klavier), Sarah Giese und Urs von Wulfen.

Rheine. Die „Nacht der Bibliotheken“ 2021, an der sich die Stadtbibliothek Rheine in Kooperation mit den Stadtbibliotheken in Münster und Bocholt beteiligte, startete in diesem Jahr digital. Zur Vorbereitung waren die Techniker Johannes Casser (Tontechnik), Hanno Rother (Videotechnik), Matthias Grammann (Videotechnik) und Michael Osterhaus (Kamera) bereits am Freitagmittag vor Ort. Abends präsentierte das Theater ex Libris dann das Livehörspiel  „Sherlock, Schock & Horror. Die unheimlichen Fälle des Sherlock Holmes. Nach Sir Arthur Conan Doyle“.

Die Reise ins viktorianische London startete nach aller technischen Vorbereitung um 19.30 Uhr. Über 800 Zuhörer/innen verfolgten den Livestream über YouTube, Twitch und Facebook, also „auf jedem Kanal, der nicht bei drei auf den Bäumen war“, wie Christoph Tiemann, der Kopf des Ensembles, in seiner Einführung erklärte. Der literarische Genuss, der sich danach entspann, löste wohl bei jedem Zuhörenden ein Kopfkino der besten Sorte aus. Christoph Tiemann verlieh Sherlock Holmes seine unvergleichliche Stimme, mal nachdenklich, dann wieder hochkonzentriert und schließlich messerscharf kombinierend, während Alexander Rolfes als John H. Watson erzählend, teils von Sherlocks Launen beunruhigt und dennoch nie wirklich überrascht, brillierte.

Die weiteren Rollen besetzten Urs von Wulfen und Sarah Giese. Vom tiefen Bass eines Reverends bis hin zum Tenor des besorgten, beinahe hysterischen Ehemannes zeigte von Wulfen die Bandbreite seines Könnens. Sarah Giese sprach neben der Haushälterin von Holmes, Mrs. Hudson sämtliche weiblichen Rollen, wobei sie jeder Person eine andere, individuelle Stimmfärbung gab, die den jeweiligen Charakter mal eher krächzend, dann wieder aufgelöst und besorgt ob der ungeheuerlichen Geschehnisse deutlich abbildete. Philipp Ritter untermalte das Hörspiel durch live improvisierte Musik, die an den richtigen Stellen die Stimmung untermalte und wunderbar einfing. Unterstützt wurde das Gesamtbild von Angela Schraml, die mit einer passenden PowerPoint-Präsentation die Bilder im Kopf ergänzte.

Am Ende des Hörspiels entstand eine „Stille, an die wir uns wohl nie richtig gewöhnen werden.“, so Christoph Tiemann zum Abschluss. Normalerweise würde heftiger Applaus ertönen, doch bei einer digitalen Übertragung per Livestream kommt der natürlich nicht per Ton bei den Künstlern an. Digital allerdings sprachen die vielen klatschenden Hände und positiven Kommentare eine eigene Sprache. Die „Nacht der Bibliotheken“ 2021 ein – und hier sei das Theater ex Libris zitiert – „analoges Vergnügen in digitalen Zeiten“.

Das Bild darf verwendet werden – es sind zu sehen von links nach rechts: Christoph Tiemann (vorne, als Sherlock Holmes mit Pfeife in der Hand), Alexander Rolfes (als John H. Watson) , Philipp Ritter (am Klavier), Sarah Giese und Urs von Wulfen.

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